Digitale Positionierung im Tourismus

Innovationen und neue Ideen entstehen heute vielfach aus der Vernetzung und Verbesserung von dem, was bisher rein analog und offline war. Digitale Transformation hat jedoch nicht nur technische Aspekte. Gerade im Tourismus entstehen durch die Digitalisierung neue, globale Geschäftsmodelle, die immer öfter auch bisherige Regeln auf den Kopf stellen und häufig zu Lasten der regionalen Wertschöpfung.

Der Mitbewerber ist nicht mehr das Hotel nebenan.

Wer heute immer noch die Autos auf dem Parkplatz der Nachbarn zählt oder das Website Ranking des Mitbewerbs bei Google, sollte sich darüber klar werden, dass diese Dinge weder ein Maß für Wirtschaftlichkeit noch für den Erfolg sind. Einem guten Google Ranking geht normalerweise oft die richtige Positionierung eines Hotels in Form von SINN und WERTEN voraus. Wenn diese mit den MOTIVEN und NACHFRAGE der Menschen übereinstimmen, klappt es infolge auch mit dem Marketing und der Buchungsauslastung.

Der digitale Weg zum Gast

“Amy” war 2017 ein von Google aggregiertes Testimonial – von der ersten Suche bei Google über die Buchung bis hin zum Aufenthalt am Urlaubsort und danach hatte Amy in 2 Monaten 419 Berührungspunkte (Touchpoints) im Web. Diese sogenannte “Customer Journey” geht im digitalen Tourismus weit über Google Rankings und Online-Buchungsthematik hinaus.  Nur eine schön designte Hotel Website zu haben, löst also noch lange keine Auslastungsprobleme. Dabei sollte ohnehin längst klar sein, dass eine Hotel Website ist mehr ist als die digitale Visitenkarte oder ein digitales Hotelprospekt.

Jeder modernen Website liegen tausende Zeilen Code zugrunde und sind vereinfacht ausgedrückt eine Software für digitale Transaktionen (E-Commerce!). Allerdings werden erst durch den gesamten digitalen Marketing- und Medienmix Unternehmen im Internet für Nutzer überhaupt auffindbar, sichtbar und buchbar. Wann Amy die Buchungsentscheidung getroffen hat und warum dann ausgerechnet für das gebuchte Hotel? Die Antwort darauf ist vielschichtig! Jedenfalls bedeutet Customer Journey nicht mehr eine lineare Abfolge nur von der Suche in Google direkt zur Buchung auf der Website!

Was bedeutet digitale Positionierung für Hotels

Kurz gesagt: Die Kenntnis darüber, wo sich die Gäste überall im Web über das Hotel informieren und infolge die Belegung dieser Plätze mit jenen Botschaften wofür das Hotel steht. Das bedeutet konkret: Auch, wenn man als Hotelier dieses neue Marketing auf Facebook, Instagram, Youtube, etc nicht versteht, muss man sich trotzdem darum kümmern (lassen). Und zwar, ohne andere nachzuahmen oder zu imitieren – selbst wenn der Nachbar vielleicht durch Gewinnspiele einen vollen Parkplatz provoziert heisst das noch lange nicht, dass das “richtig” sein muss. 

Wer sich immer nur an dem orientiert und tut, was andere tun, braucht sich nicht zu wundern, als billige Kopie austauschbar zu sein.

Digitale Positionierung heisst nicht, “Tools” anzuwenden und zu glauben jede/r MitarbeiterIn an der Rezeption könne diese Aufgaben übernehmen. Kreativität und Wissen im Umgang mit Social Media Plattformen und auch die Kenntnis und korrekte Anwendung der Customer Journey bis hin zur Kundenbindung auf Online Bewertungsplattformen und Re-Marketing sind das A und O im digitalen Tourismus. Eine gute Ausbildung und Erfahrung sind hierfür in jedem Fall von Vorteil.

 

Drei Tipps zur digitalen Positionierung von Hotels & Destinationen:

  1. Produzieren Sie kontinuierlich uniquen, professionellen Content für die Inspirationsphase auf Facebook, Instagram, Online Portale und Buchungsplattformen – die Anwendung von Photos, Texten und Videos sind übergreifend
  2. Publizieren Sie diesen Content in regelmäßigen Abständen auf Facebook, Instagram, YouTube, auf Ihrem Blog, auf anderen Blogs. Beteiligen Sie sich aktiv bei Diskussionen in Social Media, wo es Ihre Kernbotschaften betrifft, insbesondere auf Bewertungsplattformen und in reisespezifischen Social Media Gruppen.
  3. Probieren Sie immer wieder Neues. Kommunizieren Sie Ihre Marke und Angebote nicht nur über Newsletter, sondern genauso über Videostreaming Events, Sprachassistenten, eigens produzierte Hörbücher, Blog Stories, Interviews auf YouTube … es gibt unendlich viele Ideen, Menschen auf digitalen Kanälen zu inspirieren und zu begeistern.