Was Knöpfe und Digitalisierung gemeinsam haben

Geht es um das Thema Digitalisierung, treffen viele Berater und Agenturen mit ihren Impulsen zwar den Zeitgeist, aber nur die Besten auch tatsächlich den Nerv der Empfänger.

Oft können Unternehmer und Arbeitnehmer nämlich mit dem Begriff der Digitalisierung wenig anfangen und legen sich dann ihre eigene Sichtweisen dafür zurecht. Diese reichen von der Utopie, dass neue Technologien die Lösung für alle Probleme sind bis hin zu einer Dystopie, in der Maschinen alle Arbeiten verrichten und künstliche Intelligenzen sich Menschen wie Haustiere halten. Beide Zukunftsvorstellungen haben eines gemeinsam: “Die Digitalisierung” wird als ein neuer, revolutionärer „Trend“ dargestellt, der allen die Pistole auf die Brust setzt: Entweder man digitalisiert oder man wird disruptiert. Peng!

Manche Berater behaupten neuerdings sogar, dass Analoges um so wertvoller wird je mehr digitalisiert wird. Wer so etwas behauptet, hat nicht verstanden, dass digitale Transformation nicht „Ja oder Nein“ oder “Alles oder Nichts” bedeutet. Es gibt viele Wege zwischen „Bewährtem beibehalten“ und „neue Geschäftschancen finden“. Digitale Technologien bieten ein enormes Potenzial zur Steigerung der Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens, wobei die digitale Transformation stets beim Kunden beginnt: Menschen haben Bedürfnisse, möchten sich aber nicht mit umständlichen Abläufen auseinandersetzen.

Wie Bewährtes mit Neuem kombiniert werden kann, zeigt die Geschichte des Knopfes. War der Knopf als Ziergegenstand ohne Knopfloch bereits in der Antike bekannt, so konnte er erst durch die Erfindung des Knopflochs im 13. Jahrhundert sein ganzes Potenzial entfalten.

Die Symbiose – also der gegenseitige Nutzen – von Knopf und Knopfloch ist ein Sinnbild für Mensch und Digitalisierung: Ohne das eine würde das andere keinen Sinn machen. Dazu müssen beide Faktoren gut zusammenspielen, denn: Ist der Knopf zu klein und das Loch zu groß, hält die Jacke nicht. Umgekehrt bekommt man die Hose nicht zu. Unternehmen, die nur ein bisschen digitalisieren, schießen dabei genauso am Zweck vorbei wie Unternehmen, die zwanghaft versuchen, alles zu digitalisieren. Es gibt keinen Universal-Knopf, genauso wenig gibt es in der Digitalisierung eine “one-size-fits-all”-Lösung.

Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande.

Johann Wolfgang von Goethe

Alpinmarketing evaluiert die passende Innovationsstrategie für Unternehmen und findet die richtige Balance zwischen Analog und Digital. Die praktische Anwendung neuer Technologien steht dabei im Kontext des gegenwärtigen und zukünftigen Geschäftsmodells.