Was man mit Facebook in der Hotellerie alles falsch machen kann?

Der Hotelier postet auf der Hotel-Facebook-Seite die Pläne für den nächsten Bau, ein paar Tage später vielleicht schon die ersten Fotos vom Betonmischer. In zwei Monaten geht der Betrieb weiter. Die ersten Kommentare der Gäste „werdet ihr fertig, bis wir zu Euch kommen“, bleiben wochenlang unbeantwortet.

Der Koch postet auf derselben Hotel-Facebook-Seite was er kulinarisch gerade zubereitet hat, sieht farblich nur etwas komisch aus, aber mehr hat halt die Kamera vom Mittelklasse-Smartphone bei dem schummrigen Licht nicht hergegeben. Der Reis auf dem Foto wirkt gelb (und das ohne Safran!) und das Fleisch wie… naja, lassen wir das. Es gibt einen guten Grund, warum in Fotoboxen Tageslichtlampen mit 6000 Kelvin verbaut sind.

Am selben Tag fast zur selben Stunde postet die Rezeption ein paar Fotos aus dem Fotoarchiv vom Hotel, Zimmer, die es nach dem Bau gar nicht mehr geben wird. Die vermeintlichen Photoshop Kenntnisse werden stolz präsentiert, indem das Logo (noch dazu ohne transparenten Hintergrund) in Bild montiert werden. Woher sollte die Rezeption auch wissen, dass Facebook zu viel Text auf Bild nicht so gerne mag und im Zweifel für ein bezahltes Post Boosting ablehnt.

Dazwischen: Tagelang überhaupt keine Posts. Und dann kommt das Knüller-Posting: „Wir suchen Mitarbeiter! Bewerben Sie sich als Koch/Köchin, als Rezeptionist/in…“. Nicht als Facebook Job Post, sondern als normaler Post mit einem Screenshot des Word-Dokuments.

Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass die meisten Follower auf der Hotel-Facebook-Seite die Nachbarn und Dorfbewohner sind. Die liken aber auch alle andere Posts von allen anderen Hotels im Dorf.

Die Preisfrage: Welches „Profil“ hat eine derartige Hotel-Facebook-Seite? Die korrekte Antwort: Gar keines, weil alles verwässert wurde und man sich nicht auf ein Marketingziel konzentriert hat.