Welche Kriterien sind bei der Auswahl einer Hotelmarketing-Agentur UNverhandelbar?

Hohe Kosten, geringer Gewinn, ungutes Gefühl. Viele Hoteliers kennen diesen Zustand – aber die wenigsten wissen, wo genau das Problem liegt. In diesem Artikel stehen keine Empfehlungen für bestimmte Agenturen. Er beantwortet Fragen von Hoteliers und gibt ihnen die Antworten, die sie erwarten.

Wem gehören die Google-Ads- und Google-Analytics-Accounts?

Das ist die wichtigste Frage überhaupt und zugleich jene, die sich die wenigsten Hoteliers je gestellt haben.

Viele Agenturen arbeiten nämlich nicht mit den Google-Konten ihrer Kunden, sondern mit agentureigenen Manager-Accounts. Die Begründung dafür klingt oft professionell: „Das ist unser System”, „So können wir effizienter arbeiten” oder (besonders dreist) „Das ist unser Betriebsgeheimnis.”

Die Realität dahinter: Endet die Zusammenarbeit, nimmt der Hotelier nichts mit. Keine Kampagnenhistorie. Keine aufgebauten Qualitätswerte. Keine Daten. Jahre der Lernkurve sind einfach unwiderbringlich weg. Google-Ads-Konten, die lange laufen und gut optimiert sind, haben dagegen einen messbaren Wert. Dieser Wert gehört dem Hotelier, nicht der Agentur.

Die Frage, die jeder Hotelier heute noch stellen sollte, lautet: „Können Sie mir den direkten Login zu meinem Google-Ads-Konto zeigen?” Wenn die Antwort ausweichend ist, ist das die Antwort.

Eine seriöse Agentur arbeitet ausschließlich im Google-Ads- und Google-Analytics-Account des Kunden. Der Hotelier hat jederzeit vollen Zugriff, unabhängig davon, ob die Zusammenarbeit weitergeht oder nicht.

Wem gehört die Website mitsamt aller Daten?

Eine Hotel-Website ist mehr als nur ein Designprojekt. Sie ist digitale Infrastruktur. Wie jede Infrastruktur muss sie dem gehören, der sie betreibt.

Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht. Es gibt Agenturen, die Websites auf eigenen Hosting-Systemen betreiben, eigene CMS-Lösungen verwenden oder Verträge gestalten, die einen Wechsel faktisch unmöglich machen, sei es technisch, rechtlich oder finanziell. So zahlt der Hotelier jahrelang für etwas, das ihm nie wirklich gehört hat. Im Trennungsfall hat er keine lauffähige Website mehr, keine übertragbaren Daten und keine aufgebaute Domain-Autorität.

Eine seriöse Agentur hingegen sorgt dafür, dass der Hotelier Eigentümer der Domain, des Hostings und aller Inhalte ist. Ein Wechsel ist jederzeit möglich, meist ohne Datenverlust und grundsätzlich ohne Erpressungspotenzial.

Kostentransparenz: was geht an Drittanbieter, was ist Agenturleistung?

Eine monatliche Pauschale klingt einfach. Wenn in einer Monatspauschale von beispielsweise 3.000 Euro Google Ads Budget, Agenturgebühr, Tool-Kosten und Lizenzgebühren vermischt werden, weiß der Hotelier nie, wieviel wirklich in Google Werbung inverstiert wird und wieviel bei der Agentur bleibt. Sowas ist keine Vereinfachung, sowass nennt sich strukturelle Intransparenz.

Dasselbe gilt für Drittanbieter-Tools: Buchungssysteme, Newsletter-Software, Bewertungsmanagement. Viele Agenturen verrechnen diese mit Aufschlag weiter ohne das zu kommunizieren.

Was eine seriöse Agentur macht: Agenturleistung und Drittanbieterkosten werden sauber getrennt ausgewiesen. Der Hotelier weiß exakt, wofür und an wen wieviel bezahlt wird.

Transparenz über Performance und Reporting

Ein monatlicher Report mit bunten Grafiken und steigenden Kurven ist noch lange kein Reporting. Das ist reine Kosmetik. Echtes Reporting zeigt sowohl gute als auch unbequeme Zahlen. Gute Kampagnenmanager erklären, warum eine Kampagne nicht funktioniert hat und welche Maßnahmen ergriffen werden. Man verknüpft Marketingausgaben mit tatsächlichen Buchungen und nicht nur mit Impressionen oder Klicks, die niemanden interessieren.

Wer als Hotelier nie gefragt hat: „Wie viele Direktbuchungen hat diese Kampagne konkret gebracht?”, sollte dies gleich heute nachholen.

Eine seriöse Agentur liefert ein Reporting, das der Hotelier versteht und das direkt mit dem wirtschaftlichen Ergebnis verknüpft ist. Keine Blackbox. Keine Schönfärberei.

Die technische Qualität der Website: Was der Hotelier nicht sieht, aber bezahlt

Eine Hotel-Website kann „wunderschön“ aussehen und gleichzeitig digital unsichtbar sein.

Pagespeed, Core Web Vitals, SEO-Struktur, strukturierte Daten und mobile Performance sind keine Fachbegriffe exklusiv nur für Techniker oder Nerds. Sie entscheiden nämlich direkt darüber, ob Google eine Website indiziert oder eine KI die Hotel-Marke als empfehlenswert einstuft.

Wenn KI-Assistenten künftig Reiseentscheidungen beeinflussen und nur Hotels empfehlen, die digital gut aufgestellt sind, dann wird der Tiroler Hotelier zum ersten Mal seit Jahrzehnten mit einer Krise konfrontiert sein, die er nicht mit einem Baukran lösen kann.

Eine Website ist kein Alleinstellungsmerkmal, sondern DAS Verkaufsinstrument für Direktvermarktung im Internet. Eine seriöse Agentur liefert messbare technische Qualität und erklärt dem Hotelier, was diese Qualität für sein Geschäft bedeutet.

Interessenskonflikte erkennen: Arbeitet die Agentur für den Erfolg des Hotels oder für sich selbst?

Das ist die unbequemste, aber auch wichtigste Frage.

Eine Agentur, die eigene Accounts verwendet, eigene Tools weiterverrechnet, eigene Landingpages betreibt und eigene Systeme einsetzt, hat einen strukturellen Interessenskonflikt. Je abhängiger der Kunde ist, desto sicherer ist der Agenturumsatz. Das ist kein Vorwurf an einzelne Personen, sondern ein Systemfehler, den sich Hoteliers bewusst sein müssen.

Vertrauen skaliert nicht. Ein Mensch, dem man wirklich vertraut, kann nicht hundert Kunden gleichzeitig betreuen. Wer als Hotelier das Gefühl hat, nur einer von vielen zu sein, ist es wahrscheinlich auch.

Eine seriöse Agentur erklärt offen, womit sie Geld verdient. Sie empfiehlt auch dann das Richtige, wenn es ihr kurzfristig weniger bringt.

Mit über 15 Jahren Erfahrung als zertifizierter Google Ads Professional hat ALPINMARKETING® Gründer Ing. Christian Fohrmann Hunderte von erfolgreichen Kampagnen für Hotels und den Tourismus umgesetzt.

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